
Barack Obama versprach in einer Rede alle Optionen zu erwägen gegen das Iran-Atomprogramm vorzugehen.
Barack Obama, der mögliche nächste US-Präsident, erklärte vor dem AIPAC, er sei bereit für eine "miitärische Lösung" des Iran-Konflikts.
Die Auszüge der Rede findet man
auf seiner Webseite www.barackobama.com
Zum Vortrag vorgesehener Text
»... Ich möchte, dass sie wissen: heute spreche ich aus dem Herzen, als wahrer Freund Israels. Ich weiß: wenn ich zu AIPAC gehe, dann bin ich
unter Freunden. Guten Freunden. Freunde, die sich wie ich verpflichtet fühlen, dafür einzutreten, dass die Bande zwischen den Vereinigten Staaten und Israel unzertrennlich sind, heute, morgen und
für immer....
mein Großonkel gehörte zur 89. Infanteriedivision – das waren die ersten Amerikaner, die ein Nazi-Konzentrationslager betraten. Sie befreiten Ohrdruf, einen Teil von Buchenwald, an einem Tag im
April 1945. Die Schrecken dieses Lagers übersteigen unsere Vorstellungskraft. Zehntausende sind an Hunger, Folter, Krankheiten gestorben oder direkt ermordet worden – als Teil der
Nazi-Tötungsmaschine, die 6 Millionen Menschen ermordete.
Als die Amerikaner einmarschierten, entdeckten sie riesige Haufen von Leichen und trafen verhungernde Überlebende. General Eisenhower ordnete an, dass Deutsche aus der nahegelegenen Stadt das
Lager besuchten, damit sie sahen, was in ihrem Namen verbrochen worden war. Er ordnete an, dass amerikanische Truppen das Lager besuchten, damit sie das Böse sahen, das sie bekämpften. Er lud
Kongressabgeordnete und Journalisten ein, Zeugnis zu geben. Und er ordnete an, Fotos und Filmaufnahmen zu machen. Zur Erklärung seines Vorgehens sagte Eisenhower, er wolle ›Beweise aus erster
Hand für diese Taten‹ liefern, ›falls es jemals in der Zukunft dazu kommt, dass behauptet wird, die Anschuldigungen seien nur Propaganda‹.
Ich habe einige dieser Bilder in Yad Vashem gesehen, und sie lassen einen nicht mehr los ... Wir müssen dahinterstehen, wenn wir sagen: ›Nie wieder.‹
... Wir wissen, dass die Gründung Israels gerecht und notwendig war, dass sie ihre Wurzeln hatte in jahrhundertelangem Kampf und Jahrzehnten geduldiger Arbeit. Aber 60 Jahre später wissen
wir, dass wir nicht nachlassen können, wir können nicht nachgeben, und als Präsident werde ich keine Kompromisse eingehen, wenn es um die Sicherheit Israels geht.
... Hamas kontrolliert jetzt Gaza. Die Hisbollah hat den südlichen Libanon fester in der Hand und lässt in Beirut die Muskeln spielen.
Wegen des Krieges im Irak wird der Iran – der für Israel immer eine größere Bedrohung dargestellt hat als der Irak – gestärkt und bedeutet heute im Nahen Osten die größte Herausforderung
für die Vereinigten Staaten und Israel seit vielen Jahren.
Der Irak ist instabil, Al Kaida rekrutiert verstärkt. Israels Streben nach Frieden mit seinen Nachbarn ist ins Stocken geraten, trotz der schweren Last, die dies für das
israelische Volk bedeutet. Und Amerika ist in der Region stärker isoliert, was unsere Stärke mindert und Israels Sicherheit bedroht.
... Wer Israel bedroht, der bedroht auch uns. Israel hat sich immer in vorderster Linie der Bedrohung gestellt. Ich werde die unerschütterliche Verpflichtung für die Sicherheit
Israels ins Weiße Haus mitnehmen.
Es beginnt damit, Israels qualitative militärische Überlegenheit zu sichern. Ich werde sicherstellen, dass sich Israel selbst gegen jede Bedrohung – von Gaza bis Teheran –
verteidigen kann.
Die Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und Israel bei der Verteidigung ist ein Beispiel für Erfolg, sie muss viertieft werden. Als Präsident werde ich eine Absichtserklärung
abgeben, die Israel in den nächsten zehn Jahren Unterstützung in Höhe von 30 Milliarden Dollar zusichert – Investitionen für Israels Sicherheit, die an keine andere Nation gebunden werden.
Zunächstmüssen wir die geforderte Auslandshilfe für 2009 bewilligen. Auf der Grundlage können wir die Zusammenarbeit bei der Raketenabwehr verstärken. Wir sollten unserem Alliierten Israel
militärische Ausrüstung nach denselben Richtlinien liefern wie der NATO. Ich werde immer für Israels Recht einstehen, sich zu verteidigen – bei den Vereinten Nationen und in der ganzen Welt.
... Israels Sicherheit ist sakrosankt. Sie ist nicht verhandelbar. Die Palästinenser brauchen einen einheitlich geschlossenen Staat, der ihnen erlaubt, zu Wohlstand zu kommen – aber bei jeder
Vereinbarung mit dem palästinensischen Volk muss Israels Identität als jüdischer Staat gewahrt bleiben, mit sicheren, anerkannten und wehrhaften Grenzen. Jerusalem wird die Hauptstadt Israels
bleiben, und es wird ungeteilt bleiben.
Die Bedrohung Israels beginnt an den eigenen Grenzen, aber dort endet sie nicht. Syrien setzt seine Unterstützung für den Terror und die Einmischung im Libanon fort. Und Syrien hat
gefährliche Schritte in Richtung auf Massenvernichtungswaffen unternommen; deshalb war Israels Vorgehen gerechtfertigt, um diese Bedrohung auszuschalten.
Es gibt keine größere Bedrohung für Israel – oder für Frieden und Stabilität in der Region – als den Iran... Das Regime im Iran unterstützt gewalttätige Extremisten und fordert uns
überall in der Region heraus. Der Iran ist bemüht, Atomstreitmacht zu werden, was ein gefährliches Wettrüsten auslösen könnte und die Möglichkeit eröffnet, dass nukleares Know-How in die Hände
von Terroristen gelangt. Irans Präsident leugnet den Holocaust und droht damit, Israel von der Landkarte zu entfernen. Die Gefahr aus Iran ist groß, sie ist realistisch und mein Ziel wird es
sein, diese Bedrohung auszuschalten.
... Wir wussten 2002, dass der Iran den Terrorismus unterstützte. Wir wussten, dass der Iran ein verbotenes Atomprogram unterhielt. Wir wussten, dass der Iran für Israel eine große Bedrohung
darstellte. Aber anstatt eine Strategie zu verfolgen, uns dieser Bedrohung zu stellen, haben wir sie ignoriert und sind stattdessen in den Irak einmarschiert und haben ihn besetzt. Als ich gegen
den Krieg eintrat, warnte ich davor, dass er den Extremismus im Nahen Osten anfachen würde. Und genau das ist im Iran geschehen – die Falken haben die Lage fester im Griff; Mahmoud
Achmadinedschad wurde 2005 zum Präsidenten gewählt. Und die USA und Israel sind weniger sicher.
... Wir werden alle Elemente
amerikanischer Macht nutzen, um den Iran unter Druck zu setzen. Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen erhält. Das beginnt mit einer
aggressiven, prinzipienfesten Diplomatie ohne unsinnige Vorbedingungen, aber mit einem klaren Verständnis unserer Interessen. Wir haben keine Zeit zu verlieren. Wir können nicht bedingungslos ein
Vorgehen ausschließen, das den Iran hindert, Atomwaffen zu besitzen. Wir haben uns auf den Versuch von einzelnen Gesprächen mit dem Iran beschränkt und die eigentliche Arbeit unseren europäischen
Alliierten überlassen. Es ist Zeit, dass die Vereinigten Staaten die Führung übernehmen.
... Schließlich, damit keine Zweifel aufkommen: Die Drohung mit einem militärischen Vorgehen wird immer auf meinem Tisch liegen, um unsere Sicherheit und die unseres Alliierten
Israels zu verteidigen. Manchmal gibt es keine Alternative zur Konfrontation. Aber das macht die Diplomatie nur umso wichtiger. Wenn wir schließlich militärische Gewalt anwenden müssen, dann
haben wir größere Aussicht auf Erfolg und werden zu Hause und international viel größere Unterstützung gewinnen, wenn wir vorher unsere diplomatischen Anstrengungen erschöpft haben.
Diese Veränderung brauchen wir in unserer Außenpolitik. Veränderung, die Amerikas Macht und Einfluss wiederherstellt. Veränderung mit der Versicherung, dass ich für Alliierte und
Gegner gleichermaßen klarstelle: Amerika hält seine unerschütterliche Freundschaft mit Israel und die unerschütterliche Verpflichtung für seine Sicherheit aufrecht.« [alle
Hervorhebungen von W. E.]
Quelle: infokrieg.tv
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